Extratour "Hilderser"

Die Premiumwandertour rund um Hilders

Wer die Premiumqualität des Hochrhöners nicht missen möchte, dem empfehlen wir die Extratour "Hilderser"

Extratour „Der Hilderser“

Die Extratour „Der Hilderser“ führt auf 12 km durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Über einen Kreuzweg mit 14 Stationen erreicht man zunächst eine kleine Kapelle mit Kreuzigungsgruppe auf dem Battenstein. Weiter über die traditionellen Hudeweiden steigt man auf den Gipfel des Buchschirmberges. Von hier eröffnen sich weite Ausblicke über die Hochrhön und die Kuppenrhön mit der Milseburg. Nächstes Etappenziel ist die Rhönklubhütte Simmershausen mit einem kleinen, idyllischen Fischweiher. Vorn dort aus gelangt man zum Wanderparkplatz Köpfchen. Weiter durch Laubmischwälder erreichen Sie die Ruine Auersburg, welche im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Im Innenhof der Burgruine lädt eine überdachte Sitzgelegenheit zum Rasten ein. Ein kleiner Aussichtspavillon auf der Außenmauer bietet eine herrliche Aussicht. Der Abstieg durch den Auersbergwald und die romantische Ritterschlucht führt über die Mariengrotte zum Ausgangspunkt zurück.

Länge: 12 km (ca. 3,5 Std.)
Höhenunterschied: 225 m

Höhenlage: 511 – 746 m.ü.NN
Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer, teilweise sehr ansteigend

Kurzwegebeschreibung:

Ausgangspunkt: Ende Sandgasse beim Kneipptretbecken in Hilders

Ab Kneipptretbecken rechts auf Schotterweg zum Battenstein mit Kreuzwegstation und kleiner Kapelle – weiter zum Gipfelkreuz des Buchschirmberges – rechts zwischen Weidekoppeln zur Rhönklubhütte Simmershausen (Rastplatz mit kleinem Weiher) – Parkplatz „Köpfchen“ – Ruine Auersburg – Ritterschlucht nach Hälfte des Abstiegs nach links über den Vogelkundepfad – alte „Simmershäuser Straße“ – zum Ausgangspunkt zurück. Abstecher zur Mariengrotte in der Sandgasse empfohlen.
 

Ausfürliche Beschreibung:

Starten Sie ab der Tourist-Information Hilders zunächst über die Kirchstraße, Obertor und Sandgasse, an der sehenswerten Mariengrotte vorbei bis zur Kneippanlage, dem Ausgangspunkt der Extratour:

Verlassen Sie den asphaltierten Weg und gehen rechts auf       einem Schotterweg weiter. Nach ca. 40 m wieder rechts den Hang hinauf und nach der Überquerung der Kreisstraße etwa 30 m rechts und dann wieder links, den Feldweg hinauf bis zum Wald. Halten Sie sich dann nach rechts, überqueren Sie ein kleines Bächlein und am Ende des Laubwaldes geht es über einen Wiesenweg weiter. Beim Auftreffen auf den asphaltierten Wirtschaftsweg gehen Sie diesen ca. 80 m nach rechts hinab und folgen dem Hinweispfeil nach links zum Battenstein, (nähere Erläuterungen zu dieser Anlage kann man am Beginn der Kreuzwegstation nachlesen). Hinter der Kapelle, auf dem Gipfel, führt ein Wiesenweg nach links. Bei der ersten Wegekreuzung geht es rechts ab; und bei der nächsten Wegegabelung ebenfalls wieder rechts zum Buchschirm hinauf.

Bevor man sich zum steilen Aufstieg zwischen den Weidekoppeln zum Buchschirm aufmacht, kann man einen kurzen Abstecher zur ehemaligen Sennhütte machen, an der jetzt eine NABU – Infostelle eingerichtet wurde. Dafür geht man gerade aus, nach ca. 120 m biegt man nochmals rechts ab und wandert ca. 100 m bergauf.

Von der Aussichtswarte auf dem Buchschirm (746 m ü.d.M.) genießt man einen wunderschönen Rundblick auf die Berge und Täler der Rhön. Vorbei an der Aussichtswarte linkerhand zweigt der Weg nach ca. 60 m rechts ab und auf dem Wanderpfad zwischen den Weidekoppeln absteigend bis zum geschotterten Waldweg. Nach einem kurzen Schlenker nach rechts muss man sich wieder nach links richten und gelangt auf einen Weg, der direkt nach Simmershausen führt. Nach ca. 850 m verlassen Sie diesen Waldweg,  gehen nach links ab, vorbei an der Simmershäusener Rhönklubhütte. Am Waldrand entlang erreichen Sie dann die Kreisstraße. Nach der Überquerung gelangt man auf den Parkplatz „Köpfchen“, in dessen hinteren Teil, ein ehemaliger Steinbruch, sich ein Grillplatz befindet.
An dieser Stelle ist bereits über die Hälfte (7 km) der Extratour geschafft. Weniger anstrengend geht es weiter, westlich über den Parkplatz auf dem Waldwirtschaftsweg – der auch Teil des Naturlehrpfades ist – bis zur Ruine Auersburg, die aus dem 12. Jahrhundert stammt. Im Burginnenhof befindet sich ein überdachter Rastplatz und einen Aussichtsturm mit einem schönen Blick ins Scheppenbachtal und auf die Milseburg. Auf einer Infotafel erfährt man einiges über die Geschichte zur Auersburg.

Um zu unserem Ausgangpunkt nach Hilders zu kommen, geht es wieder ein Stück auf dem gleichem Weg zurück! Bitte nicht in der Linkskurve nahe der Burg den ausgeschilderten Wanderweg rechts nach Hilders nehmen, sondern noch weiter links bleiben und erst nach ca. 100 m rechts abgehen! An einem Fischteich vorbei, immer auf dem Weg geradeaus bleibend, gibt es wieder einen schönen Ausblick auf Hilders sowie zur Milseburg und Wasserkuppe. Nach dem Erreichen eines Wäldchen auf der rechten Seite, muss auf den Einstieg zur Ritterschlucht geachtet werden. Dieser kurze, rechts absteigende Pfad führt zum mittleren Teil des Vogelkundepfads (hier lohnt wieder eine kurze Unterbrechung der Tour nach rechts zu einem Naturinfostand und am Waldende zu einem besonders  schönen Ausblick). Verlassen Sie dann die Ritterschlucht nach links weiter auf dem Vogelkundepfad bleibend, bis zu dessen Ende an der alten Simmershäuser Straße. Nach der Überquerung kommt man über den asphaltierten Weg wieder an der eingangs erwähnten Kneippanlage vorbei nach rechts zur Tourist-Information zurück.
Wanderstrecke: gesamt ca. 12 km  
Höhenunterschied: ca. 300 m
Schwierigkeit:         1. Hälfte (Battenstein und Buchschirm) schwer
                               2. Hälfte (Auersburg und Vogelkundepfad) mittel

 

Bericht des Wanderpapstes Manuel Andrack

Rhön-Glück auf dem Hilderser – ein ehemaliger Wanderpapst berichtet.

Ich stehe auf dem Buchschirm, das ist eine Bergkuppe, keine Pilzart. Herrliche Luft auf einer Höhe von 746 Metern. Die Herbstsonne scheint, und ich habe eine geniale Übersicht über das schönste Mittelgebirge im Herzen von Deutschland – die Rhön. Richtung Westen liegt das Landschaftstableau der hessischen Rhön: Die Wasserkuppe, der höchste Berg der Rhön mit 950 Metern. Der charakteristisch windschiefe Berg Milseburg, die spannendste Erhebung der Rhön. Und dahinter kann man bis ins Fuldatal schauen. Im Osten geht der Blick tief in die thüringische Rhön, auf dem Ellenbogen war zu DDR-Zeiten eine Flugbeobachtungs-Station der Russen untergebracht. Und im Süden kann man bis in die bayerische Rhön schauen. Wobei es ganz streng genommen die fränkische Rhön ist, denn Bayern gehört ja bekanntlich nicht zu Franken.
Diese Fernblicke, diese offene Landschaft, das ist das Alleinstellungsmerkmal der Rhön. Und diese Blicke lassen das Herz jedes Wanderers tanzen, das Schweifen in die Ferne macht alle Wanderer glücklich. Doch gehen wir zurück zum Anfang der Wanderung.
Bürgermeister Hubert Blum strahlt über das ganze Gesicht, denn es gibt etwas zu Feiern und die Sonne lacht über seiner Gemeinde (nicht über seine Gemeinde): Vor genau 10 Jahren entstand in Hilders der erste Premiumweg der hessischen Rhön: Die Extratour Hilderser ist 10 Jahre alt, noch nicht ganz in der Pubertät, aber schon aus dem Gröbsten heraus.
In den Zeitungen der Region war der Besuch eines „Wanderpapstes“ angekündigt worden. Nach intensiven Portrait-Foto-Vergleichen stelle ich fest, dass anscheinend ich gemeint bin. Da man in Hilders sehr katholisch geprägt ist, haben einige Mitwanderer Bedenken wegen der Bezeichnung „Papst“. Ich muss den Bedenkenträgern hundert Prozent recht geben, und widerrufe an Ort und Stelle alle Wanderpapst-Ambitionen. Fortan könne man mich gerne – in aller Bescheidenheit -  Wander-König oder auch Wander-Meister nennen.
Der Weg startet unmittelbar vor dem Rathaus, das ist praktisch für Bürgermeister Blum, da kann er direkt von seinem Amtszimmer losstiefeln. Nachdem wir an Kirche und Wirtshaus vorbei gewandert sind, erreichen wir den Parkplatz an der Mariengrotte, das ist der offizielle Startpunkt des zwölf Kilometer langen Rundwegs. Wir folgen der Markierung mit dem roten „H“. Das „H“ steht nicht nur für Hilderser, sondern auch für Höhenluft. Denn schon bald geht es sehr steil hinauf. Auf einem Kreuzweg. Eigentlich logisch, dass man bei einem Kreuzweg ein wenig leiden muss, das gehört nun mal zum Programm. In den kleinen Häuschen der Kreuzwegstationen sind hinter Glas Figurengruppen zu sehen, die den Leidensweg von Jesus darstellen. Auf Steintreppen erreichen wir am Ende der Kreuzwegstationen das Golgatha von Hilders – die Battensteinkapelle. An der Kapelle haben Christina und Detlev von der Kolping-Familie einen Info-Tisch aufgebaut. Auch Detlev ist erleichtert, dass ich den Wanderpapst-Titel abgelegt habe. Er erzählt unserer Wandertruppe einiges über die Geschichte der Kapelle auf dem steinigen Felsvorspung des Battensteins. Ich halte mich ganz einfach an die Weisheit im Innern der Kapelle: „Vom Battenstein geht keiner ungetröstet heim.“ Aber vor dem Heimweg wollen wir noch den Buchschirm erklimmen. 
Ins Gespräch mit zwei Mitwandern vertieft merke ich ungefähr 500 Meter hinter der Kapelle, dass etwas nicht stimmen kann – keine rotes „H“ mehr zu sehen, wir drei haben uns verlaufen. Das treibt mir die Schamesröte in’s Gesicht: Auf einem Premiumweg verlaufen, das ist ja der totale Wander-Super-Gau. Das wäre einem richtigen Wanderpapst niemals passiert, gut dass ich den Titel eben abgelegt habe. Schnell haben wir aber auf den rechten Weg gefunden. Wir treten aus dem Wald und wandern schon bald durch die offenen Landschaften oberhalb von Hilders. Dank des Rhönschafs und der vielen Rhön-Kühe gibt es in der Region ausreichend Weideflächen, um nachhaltig die Landschaft frei zu halten. An dieser Stelle möchte ich eine weit verbreitete Fehlinformation korrigieren: Es geht dem deutschen Wald trotz anders lautender Legenden nicht nur ausgesprochen gut, es gibt in Deutschland auch so viele Waldflächen wie seit 2.000 Jahren nicht mehr. Wir haben in Deutschland im Zweifelsfall nicht zu WENIG, sondern viel zu viel Wald. Und daher ist es für das Auge so erholsam, in einer Landschaft wie der Rhön zu wandern, denn dort sind wir nicht permanent eingeengt von Fichtenwäldern.
Auf einem unbarmherzigen Grasweg zwischen den Weidenflächen gehen wir einige hundert Meter bergan, da muss man schon Kondition haben.
Aber auch beim Weg hinab vom Buchschirm gibt es immer neue Blickachsen zum Niederknien. Apropos Niederknien, auf einem matschigen Weg verliere ich nicht nur die Contenance, sondern auch den Halt und lege einen zirkusreife Rutschpartie hin. Erst hat sich der ehemalige Wanderpapst verlaufen und nun auf die Schnauze gelegt. Was kommt da bitte schön als nächstes? Frontal gegen einen Wegweiser-Pfosten laufen?
Wir gehen durch schöne Herbstwälder und genießen das wunderbare Geräusch von trockenem Raschel-Laub. Unser Wanderführer vom NABU-Ortsverein schaut genau hin in’s braun-gelbe Laub und entdeckt tatsächlich eine schlammbraune Erdkröte. Keiner der Mitwanderer wagt den Prinzen-Kuss-Test und so muss die Kröte weiter Kröte bleiben. Aber immerhin ist keiner auf sie drauf gelatscht.
Oberhalb der Ortschaft Simmershausen (Simmershausen und Hilders lieben sich so wie Köln/Düsseldorf, Frankfurt/Offenbach oder Nordkorea/Südkorea) wandern wir an der Rhönklub-Hütte der Orstgruppe Simmershausen vorbei. Auf dem Weg Richtung Auersburg lohnt es sich, links und rechts des Weges genauer hinzuschauen. Kühe und Ziegen sind ganz gut mit bloßem Auge zu erkennen. Aber die streichholzkopfgroße Rhönquelleschnecke muss man eher mit der Lupe suchen. Dagegen sind die naturbelassenen Quellgebiete nicht zu übersehen. Die Rhön ist eben auch reich an Wasser. Die mächtigen Mauern der Auersburg laden zu einer kurzen Verschnaufpause ein und der Eckturm zu erneuten Blicken über die Rhön. Früher war das gut, um den Feind nahen zu sehen (der kann meistens aus Richtung Würzburg, also aus Franken), heute verschafft es dem Wanderer Übersicht. Hinter der Auersburg geht es bergab und wir erreichen einen weiteren Höhepunkt. Auf schmalen Pfaden geht es durch die Ritterschlucht. Ob da wirklich Ritter mit ihren unbequemen Rüstungen entlang marschiert sind, wage ich zu bezweifeln. Aber unsere Wandertruppe bahnt sich durch ebendiese Ritterschlucht ihren Weg. Einige hundert Meter später ist schon der Kirchturm von Hilders zu sehen, an dem man sich gut orientieren kann.       
Beim Belohnungsbier vor dem Rathaus ziehe ich mit Bürgermeister Blum und einigen neuen Wanderfreunden ein Fazit. Der Hilderser ist ein wunderbarer, extrem abwechslungsreicher Premiumweg mit vielen Highlights. Gastronomie am Weg wäre noch ein I-Tüpfelchen, ist aber kein Muss, da es am Ziel ausreichend Einkehrmöglichkeiten in Hilders gibt. Auf jeden Fall bekommt man auf dem Hilderser einen guten Eindruck von der Schönheit der Rhön. Das wäre doch mal ein Werbeclaim: „In der Rhön – einfach schön!“ Spätestens nach der Wanderung auf dem Hilderser bin ich davon überzeugt, dass die Rhön in der Champions League der deutschen Mittelgebirge mitspielt. Ich freue mich schon auf die nächste Rhöner Wandertour. Euer ehemaliger Wanderpapst!